Warum bringt sehr wenig essen nichts? Ein schönes Beispiel aus meiner täglichen Praxis…

Warum nehmen manche Menschen trotz strengem Kalorienzählen und wenig essen nicht ab?

Weil eine negative Energiebilanz nur die Hälfte der Wahrheit ist und im Extrem praktiziert in den Hungerstoffwechsel führt. Die andere Hälfte der Wahrheit heißt Hormone. Diese bestimmen im Prinzip unser Leben und unsere Körperzusammensetzung.

Beispiel:

Ich hatte mal eine Klientin, die täglich nichts anderes gegessen hat als eine große Portion Nudeln mit Sahnesoße und sonst nur Wasser getrunken hat. Dennoch hat diese Frau nicht abgenommen. Obwohl ihr die Pasta gerade mal 700 kcal am Tag einbrachte, während sie ca. 2000 kcal verbrauchte. Wäre also ein Energiedefizit von 1300kcal! Da würden alle “Oldschool-Experten” sagen, die MUSS abnehmen!

Fakt ist aber:

1. Die Frau hat zu wenig gegessen.

2. Die Frau hat das Falsche gegessen.

Zu 1.: Wenn man weniger isst als ca. 60 % des täglichen Energieverbrauchs, wittert der Körper Notzeit und schaltet auf Hungerstoffwechsel um. Alte “Geizgene” sind dafür verantwortlich, die das Überleben in Notzeiten sichern sollten. Der Körper versucht dann, möglichst wenig Energie zu vergeuden. Genau das, was Sie eigentlich wollen. Er spart jede Kalorie ein und versucht, die Fettverbrennung herunterzufahren, indem er Muskulatur abbaut. Muskeln sind nämlich die stärksten Fettverbrennungsmaschinen bzw. “Energievergeuder” unseres Körpers. Und bestimmen damit unseren Grundumsatz. Das ist die Energiemenge, die wir pro Tag in Ruhe verbrauchen zur Aufrechterhaltung unserer körpereigenen Lebensfunktionen. Je mehr Muskulatur, desto höher ist dieser Grundumsatz und damit automatisch auch Ihr Gesamtumsatz. Das ist auch mit ein Grund, warum Weltklassesportler viel mehr essen dürfen bzw. sogar essen müssen als Sie. Denn deren Muskeln haben ständig Hunger und verbrennen die aufgenommenen Kalorien meist sehr schnell, während sich diese bei Ihnen oft in den Fettzellen einlagern, da Sie nicht so viel verbrennende Muskelmasse besitzen. Fazit: Nicht zu wenig essen oder Fasten, sonst gibt der Körper Kalorien nur noch sehr ungern her. Ihre Muskulatur wird abgebaut, Ihr Grundumsatz (Energieverbrauch in Ruhe) sinkt, Stagnation auf der Waage bzw. der Jojo-Effekt bei Rückkehr zu “normaler” Ernährungsweise sind vorprogrammiert.

Zu 2.: Die Nudeln mit Sahnesoße waren zwar sicher sehr lecker, aber hier liegt eine “Doppelmoppel”-Kombination vor von vielen Kohlenhydraten (Nudeln) mit viel Fett (Sahnesoße). Diese Kombination hat folgende hormonelle Regulation zur Folge: Über die aufgenommenen Kohlenhydrate wird von der Bauchspeicheldrüse Insulin ausgeschüttet, welches erstens Ihre Fettverbrennung blockiert und zweitens Ihre Fettzellen öffnet und aufnahmebereit macht (Schlüssel-Funktion). Das mitgelieferte Fett kann so viel leichter in die Fettzellen gelangen und dort eingelagert und abgespeichert werden. Hier haben wir also eine negative hormonelle Regulation vorliegen. Fazit: Nicht nur die Anzahl der aufgenommenen Kalorien entscheidet, sondern vor allem auch die QUELLE. Aus welchen Kombinationen der drei großen Hauptnährstoffe Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß stammten die Kalorien? Um welche Art von Kohlenhydraten handelte es sich, wie hoch war deren glykämischer Index, wie viele Ballaststoffe bzw. Micronährstoffe und Wasser waren begleitend bei der Speise dabei? Sie sehen: Es geht nie um den einen Nährstoff allein, Kategorisierungen sind hier nicht zielführend. Die Wirkungen sind sehr komplex und hängen vor allem von KOMBINATIONEN von Nährstoffen ab, vom Timing, von körperlicher Aktivität usw. Diese ganzen Faktoren beeinflussen unsere Hormone und diese wiederum unseren Körper und unser Hungergefühl. Komplexes Denken ist hier also nötig. Aber wenn man es einmal verstanden hat, ist das Prinzip kinderleicht und täglich gut umzusetzen. Einfach nach Bauchgefühl, ohne Kalorien zu zählen. Das wäre ja kein schönes Leben, wenn man jede Speise statistisch erfassen müsste, die man zu sich nimmt. Man sollte das ein paar mal am Anfang machen und die Ernährung protokollieren, nur um ein Gefühl dafür zu bekommen. Danach muss alles spontan entschieden werden. Wichtig ist es, satt und zufrieden zu sein. Hungern funktioniert nämlich nicht lange und ist nicht zielführend, wie ich oben bereits ausführlich erklärt habe. Ich selbst esse z.B. jeden Tag einige hundert Kalorien mehr als ich verbrauche und nehme dennoch nicht zu, kann mein Gewicht und meinen Körperfettanteil gut halten und das mit Genuss. Nur esse ich eben zu 80 – 90 % die “richtigen” Dinge, die einen aktiven Stoffwechsel fördern. Sie sehen, man muss auch nicht zu 100 % “perfekt” sein in Sachen Ernährung, aber im Großen und Ganzen. Mein Credo ist figurfreundliche Kost, die aber auch Power gibt für die Herausforderungen des Alltags.

Herzlichst

Ihr Gewichtscoach Martin Lang

Wichtiger rechtlicher Hinweis – Abgrenzung zur Medizin:
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